Rahmenbedingungen & Methoden

Welchen Qualitätsanforderungen müssen Beteiligungsvorhaben genügen, damit Kinder und Jugendliche positive Erfahrungen machen können? Im Folgenden haben wir für Sie sehr kurz und knapp einige Kriterien zusammen gestellt, die ähnlich immer wieder in der Literatur auftauchen. Sie können sich daran orientieren und damit Ihre eigene Arbeit kritisch und konstruktiv überprüfen. 

  • Verbindlichkeit – Bevor Kinder und Jugendliche beteiligt werden, müssen die rechtlichen, strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen durch Erwachsene verbindlich geklärt sein.
  • Klärung der Projektziele – Am Anfang eines jeden Beteiligungsprojektes sollten die Ziele und die Reichweite des Vorhabens zwischen allen Akteuren abgestimmt und transparent gemacht werden, damit keine falschen Hoffnungen ent-stehen (langfristige, mittelfristige und kurzfristige Ziele).
  • Themenauswahl – Es werden Themen behandelt, die für Kinder und Jugendliche relevant und bedeutsam sind. Bei der Themenfindung werden Mädchen und Jungen aktiv eingebunden.
  • Transparenz und Überschaubarkeit – Kinder und Jugendliche müssen die Prozesse, die sie durch ihre Aktivitäten auslösen, nachvollziehen, verstehen und überschauen können.
  • Umsetzung von Ergebnissen – Konkrete Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess sollten zeitnah umgesetzt werden. Kinder verlieren sonst den Bezug zum Planungsvorhaben. Kleine Schritte mit sichtbaren Zwischenergebnissen sind weitaus motivierender als große, zeitlich ausufernde Lösungen.
  • Freiwilligkeit – Kinder und Jugendliche müssen sich freiwillig beteiligen können. Druck und Zwang sind tabu.
  • Anerkennung & Wertschätzung – Kinder und Jugendliche als Experten ihrer Lebenswelt zu akzeptieren und als Gesprächs- und Verhandlungspartner ernst zu nehmen ist ein zentrales Erfolgskriterium für Beteiligungsvorhaben. Anerkennung ist aber auch ein symbolischer Akt, der sich in der öffentlichen Wertschätzung vorbildlichen Engagements ausdrückt.
  • Eigenaktivität – Kindern und Jugendlichen sollten viele Möglichkeiten für eigene Aktivitäten eingeräumt werden, die Spaß machen und zum Engagement anregen.
  • Einsatz alters- und zielgruppengerechte Methoden – Die angebotenen Methoden sollten dem Thema des Vorhabens sowie dem Entwicklungs- und Bildungsstand der Zielgruppe entsprechen. Attraktiv sind Angebote für junge Menschen insbesondere dann, wenn Raum und Zeit für Spontaneität bleibt und spiel-, handlungs- und dialogorientierte Formen gewählt werden.
    Eine Vielzahl an Methoden finden Sie in der Datenbank des Deutschen Kinderhilfswerkes: www.kinderpolitik.de/methodendatenbank oder in der Datenbank der Bundeszentrale für Politische Bildung www.bpb.de/methodik
  • Begleitung durch Erwachsene – Erwachsene bieten Kindern und Jugendlichen im Beteiligungsprozess Unterstützung, Förderung und Qualifikation. Sie sind für die Moderation der fachlichen, sozialen und politischen Kommunikationsprozesse zuständig.
  • Zugangsgerechtigkeit und Zugänglichkeit – Beteiligungsprozesse sollen so offen sein, dass alle Kinder und Jugendlichen integriert werden können unabhängig von Alter, Geschlecht, Behinderung, sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft sowie Bildungsstand. Es sei denn, einzelne Zielgruppen werden bewusst ausgewählt, weil sie in besonderer Weise von einem Projekt betroffen sind.
  • Überparteilichkeit – Beteiligung gelingt in der Regel dann am besten, wenn möglichst viele EntscheidungsträgerInnen dahinter stehen und am prozess beteiligt sind. Es versteht sich von selbst, dass Kinder und Jugendliche nicht für partei- und interessenspolitische Kalküle vereinnahmt werden dürfen.
  • Dokumentation und Feedback – Für alle Beteiligten muss der Fortgang der eingebrachten Ideen überprüfbar sein. Daher müssen die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses dokumentiert und allen Beteiligten zugänglich gemacht werden.
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