Warum Partizipation

„Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist kein Luxus, sondern für unsere Demokratie und das Leben in einem demokratischen Staat unerlässlich. Ohne Engagement der Menschen in unserer Gesellschaft gibt es keine Demokratie. Doch demokratisches Verhalten muss gelernt werden, engagierte Bürger fallen nicht vom Himmel“. (Dr. Prof. Waldemar Stange, Bildungsforscher an der Leuphana Universität Lüneburg, zum Auftakt des Jahres der Partizipation in München am 16. März 2010 in der Pasinger Fabrik).

Partizipation ist Mitentscheidung über das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft. Positive Lebensbedingungen für Kinder können nur mit ihrer Beteiligung realisiert werden. Kinder und Jugendliche haben bei unterschiedlichen Beteiligungsangeboten bewiesen, dass sie mit großem Interesse und Engagement, mit Kompetenz und Ideen bei der Sache und in der Lage sind, wirkungsvoll an der Planung und Gestaltung ihres Lebensumfeldes mitzuwirken.

Die Erfahrungen mit Beteiligungsprojekten zeigen, dass es sich lohnt, Kinder und Jugendliche und ihre Vorstellungen zur Wohnumfeld- und zur Stadtgestaltung ernst zu nehmen:

  • Entscheidungsprozesse werden transparenter,
  • Investitionen können zielgerichteter erfolgen
  • die Identifikation mit dem Wohnquartier, dem Stadtteil und mit unserer Stadt kann sich entwickeln und wachsen.

Es gibt viele gute Argumente für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Partizipation soll den Rückzug junger Menschen aus der sozialen Verantwortung verhindern. Sie hilft, politische, soziale und kulturelle Grunderfahrungen zu machen und befähigt die junge Generation, ihre Zukunft eigenständig und bewusst mitzugestalten. Und nicht zuletzt bedeutet Partizipation eine wesentliche Bildungskompetenz.

Rechtliche Grundlagen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen finden sich unter anderem in der „UN-Konvention über die Rechte des Kindes“ und im VIII. Sozialgesetzbuch, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz, aber ebenso im Baugesetzbuch und in einigen anderen Rechtsgrundlagen.

Kinder- und Jugendbeteiligung ermöglicht Politische Bildung:

  • Politische Bildung wird nicht abstrakt vermittelt, sondern am praktischen Beispiel erlernt (Demokratieerfahrung)
  • Beteiligungsprojekte ermöglichen Einsichten in Strukturen und Prozesse (Transparenz)
  • Entscheidungsprozesse und Zuständigkeiten werden eher nachvollziehbar (Strukturerkenntnisse)
  • Mitwirkungsmöglichkeiten und deren Grenzen werden erfahrbar (Realitätsbezug)
  • Direkte Kontakte und Auseinandersetzungen mit den Akteuren aus Politik und Verwaltung werden ermöglicht (niedrigschwellige Kommunikation)

Kinder- und Jugendbeteiligung ermöglicht eine aktive Gestaltung des Lebensumfeldes:

  • Beteiligung verstärkt die Identifikation mit dem Lebensumfeld
  • Beteiligung fördert Bürgerschaftliches Engagement
  • Beteiligung ermöglicht die kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Bedürfnissen der Beteiligten.
  • Beteiligung weckt das Verantwortungsbewusstsein.
  • Beteiligung mobilisiert eigene Stärken für Veränderungen und Mitsprache.
  • Beteiligung hilft dabei die Bedeutung des Engagements von Personen und Gruppen zur Durchsetzung von Interessen erkennen zu lernen.

Kinder- und Jugendbeteiligung liefert nutzerorientierte Hinweise für die Planung:

  • Kinder und Jugendliche bringen nutzerorientierte Hinweise für die Planung und Umsetzung in die Spielraumplanung und
    die Stadt-(teil-)entwicklung ein.
  • Beteiligung vermeidet Fehlplanungen
  • Beteiligung fördert das Herausarbeiten
    lokalspezifischer (Problem-)Lösungen
  • Beteiligung fördert die nachhaltige Akzeptanz von Vorhaben
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